Seit April finden wöchentlich Schulungen für Engagierte statt, die sich in ihren Nachbarschaften als Zero-Waste-Botschafterinnen für weniger Müll einsetzen möchten. Die Ausbildung zur/zum Zero-Waste-Botschafter*in ist Teil des neuen Projekts „Engagiert für Zero Waste – gemeinsam Kreisläufe bilden“, das bis zum 31. August 2028 von der LOTTO-Stiftung Berlin gefördert wird.

Was lernen die (angehenden) Zero-Waste-Botschafter*innen?

Die insgesamt acht Termine vermitteln fundiertes Wissen und viel Praxis rund um Mülltrennung, Abfallvermeidung und nachhaltigen Konsum. Jede Woche steht ein anderes Material im Mittelpunkt. Los ging es mit Glas, danach folgten Papier, Wertstoffe und Biomüll. Aktuell beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Elektroschrott und Textilien. Wie groß die globale Dimension des Ressourcenverbrauchs ist, macht deutlich, wie dringend ein Umdenken auch in Deutschland, insbesondere in Großstädten wie Berlin, ist. Wohin gehen Materialien am Ende ihres Lebens? Was passiert, nachdem sie in der Tonne landen? Warum spielt die richtige Mülltrennung eine so wichtige Rolle für den Ressourcenschutz? Und wie lässt sich ganz praktisch umsetzen, dass der beste Müll der ist, der gar nicht erst entsteht?

Theorie und Praxis zu Zero Waste

Insgesamt 26 Teilnehmerinnen diskutieren diese Fragen gemeinsam mit dem BUND-Team. Auch politische Rahmenbedingungen, etwa ein Recht auf Reparatur, und ihre Bedeutung für Verbraucherinnen, sind Teil der Schulung. Dabei bleibt es nicht bei der Theorie: Jeder Termin bietet auch praktische Übungen. So trainieren die angehenden Botschafter*innen regelmäßig die richtige Mülltrennung. Dafür hat der BUND ein Mülltrennspiel mit sauberem Abfall entwickelt – vom Briefumschlag mit Folienfenster über Milchkartons und Teebeutel bis hin zu alten Socken, Naturkorken und Ladekabeln. Darin finden sich Alltagsabfälle ebenso wie knifflige Spezialfälle.

Einen besonders realistischen Einblick bot die geführte Besichtigung der ALBA-Sortieranlage für Leichtverpackungen in Berlin-Mahlsdorf. Auf dem Außengelände türmen sich riesige Mengen an Verpackungen, etwa von Lebensmitteln oder Waschmitteln, zu rund fünf Meter hohen Würfeln. Im Inneren der Anlage läuft die Sortierung zunächst automatisch über Förderbänder, im letzten Schritt wird jedoch auch von Hand nachsortiert. Fehlwürfe in Berlins Wertstofftonnen – zum Beispiel Elektroschrott – erhöhen den Aufwand zusätzlich.

Bald geht es los: Zero-Waste-Botschafter*in werden in Nachbarschaften aktiv

Am 20. Mai 2026 endet die erste von insgesamt fünf BUND-Schulungen. Anschließend starten die ehrenamtlichen Teilnehmerinnen in ihre neuen Aufgaben als Zero-Waste-Botschafterinnen. In den Bezirken Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg und Mitte wenden sie ihr neues Wissen an. Unterstützt werden sie dabei von den Projektpartnern Kulturlabor Trial & Error, Life – Bildung, Umwelt und Chancengleichheit sowie dem Netzwerk für Bildung und Soziales (NBS).

Die erste Schulungsgruppe bringt Menschen unterschiedlicher Generationen, Hintergründe und Identitäten zusammen. Was sie verbindet, ist der Wunsch, Berlin als lebenswerten Ort mit weniger Müll zu gestalten. Schon bald starten die ersten Aktionen: vom Zero-Waste-Picknick im Park über Filmabende in der Stadtteilbibliothek bis hin zur plastikärmeren Einkaufshilfe im Kiez-Supermarkt.

Fotos von der Führung durch die ALBA-Sortieranlage